Therapie-Angebot

Atem als Therapie

Das Integrative Atmen ist für die psychotherapeutische Arbeit ebenso geeignet wie für vertiefte Selbsterfahrung. 

 

Jedes Ereignis, das die Fähigkeit eines Menschen zur psycho-physischen Bewältigung desselben übersteigt, gilt als Entwicklungstrauma. Jedes Trauma erzeugt eine enorme Stressanspannung und stört die Selbstregulation des autonomen Nervensystems. Das hat dauerhaft Auswirkungen auf das eigenen Atemmuster.

 

Integratives Atmen ist eine umfassende therapeutische Methode, die den Atem für das Bewusstmachen von Verdrängungen und Verspannungen der Atemmuskulatur nutzt und dafür verschiedene Zugänge, die der Atem bietet, verwendet. 

Durch das bewusste Atmen erfährt der Klient das innige sich-aufeinander-Einlassen von Körper, Geist und Seele. Wobei ich Seele als Gesamtheit all dessen sehe, was das Denken, Handeln und Fühlen eines Menschen ausmacht. Der Körper wird von innen als Einheit erfahren. 

Atemarbeit ordnet, regeneriert und setzt Selbstheilungskräfte - den inneren Arzt des Menschen - frei.



Verschiedene Atemmethoden:

  • Die Methode des Kohärenten Atmens dient der Eigenversorgung - Atmung und Herz sind im Gleichklang. Durch eine gezielte Übereinstimmung von Länge und Intensität bei der Aus- und Einatmung hilft uns diese Atemtechnik, das autonome Nervensystem in Balance zu bringen und die Eigenwahrnehmung zu stärken. Dem autonomen Nervensystem kommt dabei eine wichtige Rolle zu, weil es zusammen mit dem Gehirn bei der Regelung und Steuerung aller Körpervorgänge beteiligt ist. Es verfügt über zwei Hauptakteure, die miteinander kooperieren: Sympatikus und Parasympatikus. Der Sympatikus ist der Stressmotor des Körpers - er sollte stark und flexibel sein. Der Parasympatikus berührt das Entspannungssystem des Körpers - er lädt zu den autonomen Abläufen des Körpers ein und reguliert u.a. den Herzschlag, die Verdauung und den Schlaf. Diese beiden Kräfte des Nervensystems kommen durch diese einfache Atmung in Gleichklang. Durch die Nasenatmung versorgen wir den Körper zudem mit Stickoxid, das ein gefäßerweiterndes und entzündungshemmendes Gas ist. 
  • Atemtechniken des forcierten Atems - Bei Verstärken des Atems wird bewusst die Erzeugung von künstlichem Stress im Körper angestrebt: Z.B. beim Holotropen Atmen (nach Stanislav Grof) oder beim Bewusst verbundenen Atmen (nach Leonard Orr). Hier wird der Atem genutzt, um mentale und körperliche Blockaden zu öffnen. Er wird aufdeckend eingesetzt. Es geht diesmal nicht, den Körper in die Balance zu bringen, sondern um das Durchbrechen von Gewohnheiten, starre psychische Strukturen werden aufgelöst, die sich als Schutz für unverarbeitete traumatische Erfahrungen entwickelt haben. Indem wir uns diese bewusst machen, begreifen wir sie als Ausdruck seelisch-körperlicher Muster, erworbener Blockierungen und ungenutzter Potentiale. Ein Schwerpunkt gilt der Erforschung der psychischen und biografischen Hintergünde, die mit speziellen Anspannungen und Blockierungen in den Atemräumen verbunden sind. Bewertungsfreies Annehmen und Achtsamkeit zu dem, was ist, helfen bei der Integration. 
  • Die pädagogische Atemschule (nach Ilse Middendorf) strebt die Korrektur von Atemstörungen und Behinderungen an, indem sie den Schwerpunkt auf die Wahrnehmung und Veränderung von Atemmustern und Körperhaltungen legt. Sie unterteilt den Körper in drei Atemräume: Unterer, mittlerer und oberer Atemraum. Hier fungiert der Atem als gewährender Atem, der durch Bewegung und Körperwahrnehmung eingeladen wird, und Blockaden passiv sichtbar macht. 

Atmen ist Leben

Atmen bildet die Grundlage aller Lebensprozesse. Auf allen Ebenen ist er Voraussetzung für Wachstum und Veränderung, wobei es gleichgültig ist, ob wir eine einzelne Zelle oder ganze Gewebe oder Organe betrachten. Menschen, Tiere, Pflanzen und der ganze Planet Erde sind auf den Fluss der Lebenskraft angewiesen.

 

Jede einzelne Zelle des menschlichen Körpers nimmt Sauerstoff auf, verbrennt ihn, um Energie zu gewinnen und scheidet Kohlendioxid aus. Dieses Abfallprodukt des Atemprozesses wird von den Pflanzen aufgenommen und mittels Photosynthese erneut zu Sauerstoff transformiert. Die Sauerstoff- und Kohlenstoffatome, die wir heute ein- oder ausatmen, existieren seit Entstehung dieser Erde. Wir sind damit über den Atem mit allen Wesen verbunden, die jemals gelebt haben und noch leben werden.

 

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